Das Klinikum Bremen-Ost, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie und das Gesundheitsamt Bremen haben im Jahr 2002 einen Kooperationsvertrag geschlossen, um eine Institutsambulanz mit Beratungsstelle für psychisch kranke Kinder und Jugendliche zu betreiben. Die Institutsambulanz arbeitet mit dem Ziel, Kindern, Jugendlichen und Familien im Land Bremen und dem Umland bei seelischen Problemen und Krisensituationen rasch, unkompliziert und qualifiziert zu helfen. Dazu kooperiert die Institutsambulanz mit einer Vielzahl von Stellen und Behandlungsstellen im Land Bremen und Umland, um für die Betroffenen ein individuell abgestimmtes Netzwerk zu knüpfen, das die Betroffenen vor, während und nach der Behandlung trägt.
Durch die enge Verbindung zur Klinik mit ihren differenzierten und patientenorientierten Behandlungsmöglichkeiten im Klinikum Bremen-Ost können stationäre Aufnahmen, falls sie erforderlich werden, begleitet und so rasch wie möglich durch Hilfen vor Ort auch wieder beendet werden.
Die Institutsambulanz und Beratungsstelle hat zwei Standorte: das Team Ost der Institutsambulanz ist Teil der kinder – und jugendpsychiatrischen Klinik des Klinikums Bremen-Ost und auch dort zu erreichen.
Das Team Mitte arbeitet in der kinder – und jugendpsychiatrischen Beratungsstelle am Gesundheitsamt – kurz Kipsy. Das Team-Ost und das Kipsy-Team gewährleisten kurze Wartezeiten und bieten in Krisensituationen umgehend Hilfen an.
Es entstehen keine Kosten und unzumutbare Formalitäten:
Überweisung und Chipkarte der Krankenkasse reichen aus!
Klinikum Bremen-Ost
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Psychotherapie
Institutsambulanz
Ärztliche Leitung: Dr. med. Marc Dupont
Klinikpflegeleitung: Achim Beutling
Haus 21
Züricher Str. 40
28325 Bremen
Telefon: (0421) 408-2677
Telefax: (0421) 408-2679
E-Mail: ursula.denker@klinikum-bremen-ost.de
An Werktagen nach 16:30 Uhr, an Wochenenden und in Notfällen
erreichen Sie uns unter:
Telefon: (0421) 408-0
Gesundheitsamt Bremen
Kinder und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle
Ärztliche Leitung: Dr. Alfred Lorenz
Horner Str. 60-70
Eingang 1 und 6 (Pavillon), 2.Stock
28203 Bremen
Telefon: (0421) 361-6292
Telefax: (0421) 361-15554
Die Leistungen der kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanz und Beratungsstelle können in Anspruch genommen werden, wenn die bisherigen Hilfen, Beratungen und Therapien nicht ausreichen. Dies ist häufig der Fall, wenn die psychischen Belastungen und Störungen besonders komplex sind.
Die Institutsambulanz kann in diesen Fällen unter fachärztlicher Leitung ein breites Spektrum an Hilfe anbieten. Eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, mit Beratungsstellen, mit Sozialzentren, Lehrkräften, Jugendhilfeeinrichtungen, der Klinik für Kinder -und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie und anderen Beteiligten ist dabei selbstverständlich. Die Einbeziehung des Lebensumfeldes ist ebenfalls von besonderer Bedeutung, ggf. erfolgt die Hilfe auch aufsuchend.
In jedem Fall steht der individuelle Hilfebedarf des Kindes oder der Jugendlichen im Mittelpunkt. Eine Krankenhausbehandlung soll auf diesem Weg möglichst vermieden oder soweit wie möglich verkürzt werden.
Eine auf den individuellen Einzelfall zugeschnittenen Behandlungsplanung ist Grundlage unserer Arbeit.
Zu den Angeboten der Institutsambulanz gehören im Einzelnen:
Ambulante Kinder und jugendpsychiatrische Behandlung und Diagnostik mit multimodaler Ausrichtung
Psychotherapeutische, psychiatrische, pädagogische und pflegerische Nachsorge im Anschluss an eine stationäre Behandlung
Heilpädagogische und soziotherapeutische Hilfen
Krisenintervention
Elternberatung/Institutionsberatung
Vermittlung in stationäre Behandlung
Hilfen zur Wiedereingliederung in das soziale Umfeld, Schule, Ausbildung und Beruf
Gruppenangebote
In beiden Behandlungsteams Ost und Mitte arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Eine weitgehende Kontinuität der Zuständigkeiten wird durch die fallführende Bezugsperson gewährleistet.
Die Gruppenangebote der Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Bremen-Ost richten sich im Gesamtkonzept des Ambulanzangebotes, besonders an Kinder und Jugendliche, die komplexer Hilfen bedürfen. Diese Angebote sind demnach als Teil eines differenzierten Gesamtplanes aufzufassen, der weitere Hilfen berücksichtigt und integriert. Die Betroffenen werden also häufig durch andere Therapie- und Beratungsangebote ergänzend begleitet. Das Angebot ist offen für Kinder und Jugendliche, die ambulant behandelt werden und auch für Patienten die sich gerade in stationärer Behandlung befinden.
Thematische Schwerpunkte wenden sich zunächst an zwei Problemgruppen:
In den bewusst klein gehaltenen Gruppenangeboten für Kinder und Jugendliche wird systematisch an strukturgebenden Verhaltensweisen gearbeitet, die den Kindern „wie auf Schienen“ Berechenbarkeit und gezielt positive, wertschätzende Erfahrungen vermitteln und Rückmeldungen über eigenes und fremdes Verhalten und deren Bewertung geben. Während betroffene Kinder und Jugendliche Verhaltensweisen und Bewertungen ihrer Umwelt meist als willkürlich und ohne Bezug zu ihrem eigenen Verhalten erleben, sollen sie über gezielte Erfahrungen in einem akzeptierenden, gut strukturierten und möglichst reizarmen therapeutischen Milieu schrittweise erfassen, dass sie ihr Verhalten in Beziehung setzen und Situationskompetenz entwickeln können.
Die Angebote im Bereich der sozial-integrativen Kompetenzen orientieren sich an sehr konkreten klinischen und alltäglichen Einschränkungen in Bereichen wie
Durch die Unterstützung von Therapeuten und Gruppenmitgliedern wachsen die Betroffenen in aufeinander bezogenen Schritten zunehmend in Alltagsanforderungen hinein, die ihnen bisweilen wie „Mutproben“ erscheinen. Rollenspiele und „Exkursionen“ in das Umfeld des sozialen Alltags sollen dem Transfer theoretischer Erkenntnisse und Anschauungen dienen. Der konkrete Erfolg und die anerkennende Bestätigung von Therapeuten und Gruppe bieten Anlass, bisherige Sichtweisen auf die eigenen Kompetenzen, mithin das erworbene „Selbstbild“, positiv zu korrigieren.
Die Gruppenangebote werden in jeweils individuell abgestimmter Form mit dem Bezugssystem der Betroffenen, also in der Regel Familie und Bildungssystem vernetzt.