der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Klinikum Bremen-Ost
Ärztl. Leitung: OA Dr. med. Stephan v. Paczynski, Facharzt für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie
Die Schmerzambulanz des Klinikum Bremen-Ost wird seit 1983 durch die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin betrieben. Die Ambulanz steht allen Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen offen.
Sie erreichen uns telefonisch Montag bis Freitag von 8.30-12.30h unter 0421/ 408 1438.

AMBULANTE THERAPIE
Wir untersuchen und behandeln ambulante Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen. Die Mehrheit unserer Patienten leidet unter schon länger bestehenden-, chronischen Schmerzen. Davon spricht man, wenn die Beschwerden schon länger als 6 Monate anhalten. Solche Schmerzen haben meistens ihre eigentliche Warnfunktion für den Körper verloren und sind zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden. Dafür kommen verschiedenste Ursachen in Betracht – zum Beispiel anhaltende Nervenirritationen bei krankhaften Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule oder Gewebezerstörung im Rahmen einer Tumorerkrankung .
Nicht selten bestehen aber auch chronische Schmerzzustände, für die sich keine hinreichende organische Erklärung finden lässt.
Unser Ansatz ist es, immer den ganzen Menschen zu sehen und nicht nur isoliert seine Schmerze zu therapieren.
Unser Ziel ist es, ein speziell auf das jeweilige Schmerzproblem zugeschnittenes, individuelles Therapiekonzept zu erstellen, um die Schmerzen zu reduzieren und das Leben mit Schmerzen erträglicher zu gestalten. Deshalb machen wir uns zunächst ein umfassendes Bild von Ihrer Schmerzkrankheit, Ihren Beschwerden und Einschränkungen.
Der therapeutische Schwerpunkt liegt dann meist auf einer Kombination schulmedizinischer Behandlungsmethoden mit alternativen Therapieverfahren (z.B. Naturheilkunde, Qi Gong, Akupunktur) und ggf. einer psychosomatischen Mitbehandlung.
STATIONÄRE THERAPIE
In enger Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Hauses versorgen wir auch Schmerzkranke auf den Stationen unseres Klinikums. Dazu zählen sowohl Patienten mit chronischen Schmerzen als auch Patienten mit akuten Schmerzen nach Operationen.
Diese werden mit modernsten Therapiekonzepten behandelt; hierzu zählen u.a. der Einsatz von epiduralen Schmerzkathetern (PDK), peripheren Nervenkathetern und patientenkontrollierten Schmerzpumpen (ivPCA) und einer differenzierten medikamentösen Schmerztherapie.
Ein postoperativer Akutschmerzdienst betreut die frisch-operierten Patienten auf Station.
Darüber hinaus bieten wir zusammen mit dem Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie die Möglichkeit zur stationären Entwöhnung von bereits lange eingenommenen Schmerzmedikamenten an.
In enger Zusammenarbeit mit allen Fachabteilungen unseres Hauses betreuen wir in der Palliativmedizin Patienten mit weit fortgeschrittener Grunderkrankung. Das gemeinsame Ziel ist die Linderung der Schmerzen und anderer Symptome. Dabei streben wir möglichst die Versorgung zuhause an.
2006 haben wir das „Offene Bremer Forum für chronische Schmerzpatienten“ gegründet. In diesem Forum vermitteln Fachleute verständlich und anschaulich das Wissen über Ursache, Auswirkung und Therapieformen des Schmerzes.
Sie benötigen eine Überweisung von Ihrem Haus- oder behandelnden Facharzt. Ihre Anmeldung kann während der Öffnungszeiten telefonisch unter (0421) 408-1438 erfolgen. Wir senden Ihnen dann einen ausführlichen Fragebogen zu.
Diesen schicken Sie bitte vor dem vereinbarten Vorstellungstermin zusammen mit eventuell vorhandenen Vorbefunden (Fotokopien von Arztbriefen, Krankenhausaufenthalten, Gutachten, Stellungnahmen, Befunden von Röntgenuntersuchungen usw.) an uns zurück. So können wir uns über die häufig sehr umfangreiche Vorgeschichte schon vor Ihrem Besuch ausführlich informieren und Doppeluntersuchungen vermeiden.
Die Wartezeiten für einen Erstvorstellungstermin betragen zur Zeit etwa vier Wochen.
Patienten mit Tumorschmerzen oder akut zu behandelnden Schmerz-Ereignissen (z.B. akuter Herpes zoster (Gürtelrose) erhalten einen kurzfristigen Termin.
Sie finden uns im Erdgeschoß des Klinikums rechter Hand vom Haupteingang. Unsere Räume sind ebenerdig auch für Patienten mit Behinderung erreichbar.
Montag – Freitag von 8:30 - 12:30Uhr
Tel.: (0421) 408 - 1438
Fax: (0421) 408 - 2228
E-Mail: schmerzambulanz@klinikum-bremen-ost.de
Bitte beachten Sie, dass eine Vorstellung nur nach Voranmeldung und Terminvereinbarung erfolgen kann.
In Zusammenarbeit mit den Sie behandelnden Haus- und Fachärzten führen wir auf Überweisung die notwendigen Untersuchungen zur Diagnosefindung Ihrer Schmerzkrankheit durch.
Für die Erstvorstellung in unserer Ambulanz müssen Sie in der Regel eine Stunde Zeit einkalkulieren. Im Gespräch mit Ihnen erstellen wir unter Zuhilfenahme der vorliegenden Unterlagen eine ausführliche Schmerzanamnese, führen eine körperliche Untersuchung durch und stellen wenn möglich bereits eine Schmerzdiagnose. Sollten weitere Maßnahmen zur Abklärung ihres Schmerzbildes nötig sein, werden diese in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt veranlasst. Nach der Diagnosestellung wird ein individueller Behandlungsplan erstellt und eine gezielte Therapie begonnen.
Da viele Patienten bereits eine lange Krankheitsgeschichte haben und bereits mehrere Ärzte und Fachspezialisten aufgesucht haben, kann in der Regel nur eine genaue Durchsicht der bisherigen Befunde und Behandlungen mit einer sorgfältigen aktuellen Untersuchung und Befundaufnahme weiterhelfen.
Häufig werden von uns auch Kollegen weiterer Fachdisziplinen in die Diagnosestellung und Therapie Ihrer Erkrankung mit einbezogen. Wir sprechen dann von einer multimodalen Therapie.
In der Schmerzambulanz behandeln wir fachübergreifend alle Formen des chronischen Schmerzes.
Schwerpunkte der Therapie sind:
Schmerzen bei Tumorerkrankungen
Kopf- und Gesichtschmerzen (insbesondere Migräne und chronischer Spannungskopfschmerz)
Nervenschmerzen wie Gürtelrose (Herpes Zoster), Phantomschmerzen nach Amputationen, Trigeminusneuralgie, Polyneuropathien (z.B. bei Zuckerkrankheit)
Weichteilrheuma (Fibromyalgiesyndrom)
Chronische Rücken- und Nackenschmerzen (z.B. bei Osteoporose)
Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, früher Morbus Sudeck)
Multilokuläre Schmerzsyndrome (Ganzkörperschmerz)
Psychische Erkrankungen mit Leitsymptom „Schmerz“
Abhängig von Ihrem Krankheitsbild wird ein speziell auf Ihr Schmerzproblem zugeschnittenes Therapiekonzept erarbeitet. Dabei kommen alle modernen Therapieverfahren zur Anwendung. Unter anderem bieten wir folgende Verfahren an:
medikamentöse Therapie nach internationalen Therapierichtlinien
Naturheilverfahren
Akupunktur
Reizstrom (TENS)
Nervenblockaden
Sympathikusblockaden
Psychosomatische Mitbehandlung
Infusionstherapie
Anlage und Versorgung von externen wie internen Schmerzpumpen
Bedenken Sie bitte, dass Schmerztherapie oft Wochen bis Monate lang erforderlich ist, da es keine „Wunderheilmittel“ gibt mit denen durch eine ein- oder zweimalige Behandlung ein oft schon jahrelang bestehender Schmerz einfach verschwindet.
Unsere ganzheitliche, multimodale Schmerztherapie ist auf die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und Selbsthilfegruppen ausgerichtet.
Eine Besonderheit der Schmerzambulanz am Klinikum Bremen-Ost ist, dass der Patient in der Regel interdisziplinär diagnostiziert und therapiert wird, d.h. Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen tragen ihren Anteil zur Abklärung der Beschwerden und der Erstellung des Therapieplans bei.
Neben der Kooperation mit Ihrem Haus-/Facharzt arbeiten wir zur Diagnosefindung und weiteren Therapie eng mit der Abteilung für Psychosomatik und dem Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin am Klinikum Bremen-Ost, der neurologischen Abteilung und in Abhängigkeit von der Problemstellung mit sämtlichen anderen Abteilungen unserer Klinik zusammen.
Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen bieten wir sehr gerne Studentinnen und Studenten die Möglichkeit der Hospitation in unserer Schmerzambulanz an. Im Rahmen der Ausbildung vermitteln wir kurrikular das Grundverständnis für die schmerztherapeutische Indikation, Diagnostik und Therapie in unserer Einrichtung.
Die Ambulanz für Spezielle Schmerztherapie ist durch die Ärztekammer Bremen anerkannte Ausbildungseinrichtung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ für Fachärzte.
Die Schmerzambulanz des Klinikum Bremen-Ost ist mit den schmerztherapeutischen Einrichtungen am Klinikum Bremen-Mitte und Links der Weser Veranstalter einer monatlich stattfindenden, akkreditierten Schmerzkonferenz mit regelmäßiger Fallbesprechung.
Die Teilnahme am Bremer Qualitätszirkel und die regelmäßige Fortbildung sichert die Behandlung auf dem höchsten Niveau.
Für die meisten von uns ist eine Operation auch mit der Sorge vor starken Schmerzen verbunden. Diese Sorgen müssen Sie nicht mehr haben!
Dank der heute möglichen modernen Schmerztherapie kann der größte Teil der postoperativen Schmerzen behandelt und zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Denn Schmerzen sind nicht nur äußerst unangenehm – sie können auch den Heilungsprozess verzögern oder andere Komplikationen verursachen.
Zur Optimierung der Schmerzbehandlung haben wir am Klinikum Bremen-Ost ein umfassendes Schmerztherapiekonzept entwickelt. Dazu werden verschiedene Methoden der Schmerzbehandlung angewendet.
Bei kleineren Operationen (z.B. Leistenbruchoperation, Entfernung der Gallenblase) ist meist eine Schmerztherapie mit Tabletten, Tropfen und/oder Infusionen ausreichend.
Bei größeren Operationen (z.B. Operation am Magen, Bauchspeicheldrüse oder Lunge) gibt es daneben folgende Möglichkeiten:
PCA-Pumpe: Die ivPCA (intravenöse patientenkontrollierte Schmerztherapie) ermöglicht es Ihnen, sich selbst bei Bedarf ein hochwirksames Schmerzmittel mittels einer computergesteuerten Pumpe intravenös zu verabreichen. Dazu wird die sog. Schmerzpumpe an den Venenzugang angeschlossen und der Patient kann sich je nach Bedarf durch Knopfdruck selbstständig ein starkes Schmerzmittel abrufen. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da eine vorher eingestellte Höchstmenge nicht überschritten werden kann.
Periduralkatheter (PDK): Der Periduralkatheter ist ein
dünner Kunststoffschlauch (Durchmesser 1-2mm), der in
örtlicher Betäubung vor der Operation am Rücken eingelegt
wird. Die Spitze des Katheters befindet sich nur wenige
Zentimeter unter der Haut und kommt an der Wirbelsäule vor
dem eigentlichen Rückenmarksraum zu liegen.
Über den Katheter werden dann schmerzstillende Medikamente
verabreicht. Diese lindern den Schmerz direkt an den
Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule ohne sich vorher
über die Blutbahn im Körper verteilen zu müssen.


Über die jeweiligen Vor- und Nachteile und das für Sie geeignete Verfahren wird der Narkosearzt mit Ihnen vor der Operation sprechen.
Nach größeren operativen Eingriffen führt der Akutschmerzdienst der Klinik für Anästhesie mindestens zweimal täglich zusätzliche "Schmerzvisiten" durch, um die Schmerztherapie jeweils optimal an Ihre Bedürfnisse anzupassen und eventuelle Nebenwirkungen erkennen und behandeln zu können. Außerdem ist der Akutschmerzdienst jederzeit telefonisch für die Station erreichbar.
Zur Durchführung einer optimalen Schmerztherapie benötigen wir aber auch Ihre Mithilfe!
Sie selbst können durch Kälte- oder Wärmeanwendung, bequeme Lagerung und auch Ablenkung (z.B. durch Entspannungsübungen) in vielen Fällen den Schmerz bereits lindern.
Während Ihres Krankenhausaufenthaltes werden wir Sie regelmäßig nach Ihrem Schmerzempfinden befragen.
Sie müssen also nicht mehr „tapfer“ sein und die Schmerzen stillschweigend ertragen.
Benutzen Sie bitte diese Skala von 0 bis 10 um die Stärke
Ihrer Schmerzen zu beschreiben!
